Anschläge auf Rüstungsbetriebe, Drohnen über Militärstützpunkten, Schäden an kritischer Infrastruktur: Die mit der russischen Vollinvasion intensivierten Sabotageakte gegenüber Deutschland und Europa haben sich seit 2023 und 2024 vervielfacht und in diesem Sommer ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Doch auch, wenn vieles auf eine koordinierte Kampagne hindeutet, erfolgt die Ausführung meist dezentral und durch einzelne Akteure. Dabei handelt es sich sowohl um sogenannte Wegwerf-Agenten, als auch um langfristig eingesetzte Kräfte. Die bislang verhaltenen Reaktionen des Westens bestärken die russische Führung darin, mehr zu riskieren und neue Wege der Sabotage und Verunsicherung auszutesten.
Übergeordnete Ziele und unzureichende Abschreckung
Angriffsziele sind besonders Rüstungsbetriebe, Logistikzentren und kritische Infrastrukturen an Land und zur See. Hinzu kommen Drohnenüberflüge über Militärstützpunkte und Industrieanlagen sowie militärische Drohnen russischen Ursprungs im Nato-Luftraum. Mit diesen Akten kann Russland mehrere, sich überlagernde Ziele gleichzeitig verfolgen. Erstens lotet es die Grenzen der westlichen Systeme aus. Dafür testet es, wie schnell einzelne Staaten und die Nato auf Schäden und Störungen reagieren. Es agiert an den Schnittstellen innerstaatlicher Zuständigkeiten und sucht nach etwaige Lücken, wie zum Beispiel in der Drohnenabwehr. Zweitens demonstriert Russland mit den Angriffen die eigenen Fähigkeiten und die Ohnmacht des Westens, was die Bevölkerungen verunsichern und destabilisieren soll. Drittens sollen die Sabotageakte nachhaltige …read more
Source:: German Institute for International and Security Affairs
