Bei der Suche nach Partnern für seine »Mittelmächte”-Strategie schaut der kanadische Premierminister Mark Carney besonders nach Europa: Zeitgleich mit der Aufkündigung der Handelsgespräche mit den USA kündigte er an, mit der EU eine »stärkere und vertiefte Sicherheits- und Wirtschaftspartnerschaft” zu verhandeln. Am 17. September wird er zudem eine Rede vor dem EU-Parlament halten.
Aufgrund der engen, aber asymmetrischen Wirtschaftsbeziehungen hat Kanada allein gegen die USA einen schweren Stand. Hier soll die EU einen Ausgleich schaffen; Carney hebt sie explizit als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und Wertepartner hervor.
Kanada auf dem Weg zur vertieften Partnerschaft mit der EU
Die Europäische Union ist für Kanada ein naheliegender Verbündeter, und beide haben ihre engen Beziehungen seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ausgebaut. So hat die EU mit Kanada 2025 eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vereinbart und dem Land dabei als bisher einzigem Nicht-EU-Staat Zugang zu Rüstungsaufträgen aus dem 150-Milliarden-SAFE-Programm gewährt. Ottawa hat begonnen, bei größeren Beschaffungen nach Europa zu schauen, zuletzt mit einer historisch großen Vorentscheidung für die Bestellung von U-Booten aus Deutschland. Mit CETA besteht zudem ein seit 2017 vorläufig geltendes Freihandelsabkommen, das neben dem Abbau von Handelshemmnissen auch Investitionsschutz einschließt, also durchaus anspruchsvoll ist.
Die Europäer binden Kanada zunehmend auch in flexible, bislang vor allem …read more
Source:: German Institute for International and Security Affairs
